Islandpferdehof 

Burgwald-Trekking

Reiterhof-Tagebuch 2019

15. September 2019

Gutes Sitzfleisch ist bei unserem Team momentan dringend erforderlich. An den Wochenenden sitzen wir im Rahmen unserer diversen Wanderreitangebote locker 8 - 10 Stunden im Sattel und in der Woche sind es bei den Reitkursen schon einmal 2 – 3 Stunden. Zum Glück ist es deutlich kühler geworden, womit das Ganze für alle Beteiligte wesentlich angenehmer geworden ist. Jetzt muss es nur noch ganz viel regnen und dann könnten wir etwas aufatmen.

Um den zum Teil hochsommerlichen Temperaturen zu entfliehen, waren wir bei unseren Ausritten, Tagesritten und Wanderritten relativ viel im Burgwald unterwegs. Obwohl der Wald nichts von seinem Charme eingebüßt hat, sind die Folgen der extremen Dürre allgegenwärtig. Sobald etwas Wind durch die Bäume geht, regnet es Nadeln und abgestorbene Äste. Da ist man sehr froh, dass man einen Helm auf dem Kopf hat!!! Überall sind die Forstämter und Waldbesitzer bemüht, abgestorbene und vom Borkenkäfer befallen Bäume abzutransportieren. Erfreulich viel wird bereits wieder aufgeforstet. An vielen Stellen sieht man die durch spezielle Hülsen geschützten Setzlinge.

Am vergangenen Wochenende hatten wir den vorletzten 2-Tagesritt der Saison. Der Ritt führte durch den Burgwald nach Bracht auf den „Katharinen Hof“. Dort sind wir wie immer von der Familie „Althainz“ verwöhnt worden. Neben einer sehr schönen Unterkunft, glänzt der Bauernhof mit seiner Gastfreundschaft und einer spitzenmäßigen Verpflegung der Gäste. In der Regel sind die Lebensmittel aus eigener Herstellung, was unsere Kunden/innen immer sehr schätzen. Mitte Oktober werden wir den Bauernhof noch einmal im Rahmen eines Wanderritts besuchen und damit endet dann unsere Wanderreitsaison 2019.

Hier sind ein paar Bilder von den vielen Ritten der letzten Wochen.


25. August 2019

Einen „Spezialeinsatz“ hatten unsere Isländer Gustur, Glaumur und Solfaxi an diesem Wochenende. Anlässlich der 800 Jahrfeier unseres Dorfes gab es am Sonntag eine historische Dorfführrungen mit Szenen aus der Dorfgeschichte. Dabei sollten zwei Darsteller unserer Theatergruppe auf Pferden durch die Zuschauer reiten. Natürlich durfte dabei nichts schief gehen und daher sind die Verantwortlichen im Vorfeld an uns heran getreten. Da parallel noch Tagesritte und andere Veranstaltungen auf unserem Hof liefen, hat sich die Anna um das Projekt gekümmert und schließlich ohne Probleme über die Bühne gebracht.  
Gerne haben wir unsere Theatergruppe bei der Vorführung unterstützt und stehen auch in Zukunft bei ähnlichen Projekten zur Verfügung. 
Ach ja, bevor jetzt alle denken, dass Islandpferde immer so cool und gelassen sind, sollte noch erwähnt werden, dass sie keinesfalls so brav und unkompliziert auf die Welt kommen. Das Ganze ist das Resultat aus einer bestimmten Haltung und einer intensiven Ausbildung!!!
Ansonsten kämpfen wir uns gerade bei extremer Hitze durch unser „Mammutprogramm“. Bei den Reitkursen und Ausritten versuchen wir die Pferde so schonend wie möglich einzusetzen und zwischendurch gönnen wir ihnen immer wieder ein paar Tage auf der Weide. 
Insgesamt ist es leider schon wieder viel zu trocken und daher müssen wir schon Heu dazu füttern. Wahrscheinlich wird das einmal wieder eine sehr teure Saison!!!
Schaun mer mal!!!

24. August 2019

Der kleinen Fuchsdame „Frekja“ geht es gut. Kurz vor den Sommerferien haben Anna und Geli sie in einem Wildpark am Edersee untergebracht. Dort hat sie sich inzwischen gut eingelebt und vor allem mit den weiblichen Pflegerinnen angefreundet. Nach Absprache mit dem ansässigen Jäger und dem behandelten Tierarzt hielten wir es für besser, sie nicht auszuwildern, sondern in einem Wildpark unter zu bringen. Der Abschied viel allen schwer, doch wir konnten ihr leider kein artgerechtes Leben bieten. Ein fettes „DANKESCHÖN“ an Anna und Geli für ihren unermüdlichen Einsatz!!!



18. August 2019

Die Stoppelfeldsaison hat begonnen! Obwohl wir gerade erst die letzte Woche der Sommer-Reitfreizeiten hinter uns gebracht haben, liegt schon ein Hauch von Herbst in der Luft. Die Mähdrescher haben einen Kahlschlag auf den Feldern gemacht und daher sind die meisten Getreidefelder bereits geputzt. An den Bäumen verfärben sich schon die Blätter (wobei das wahrscheinlich an der Dürre liegt) und unsere Pferde verlieren schon wieder ihr Sommerfell. Insgesamt sind die Temperauren etwas zurückgegangen und das ist schoneinmal sehr gut. Die 40°C in der Hauptsaison waren einfach nur schrecklich. Das Reitprogramm haben wir zwar morgens über die Bühne gebracht damit die Pferde in der Hitze nicht laufen mussten und die Ferienkinder nachmittags im Pool planschen konnten. Der Rest vom Team musste aber trotzdem den ganzen Tag bei der extremen Hitze ran. Besonders problematisch war die Situation bei unseren vielen eingedeckten Ekzemern. Die Hitze unter den Decken war unerträglich und daher waren sie darunter klatschnass geschwitzt. Tagsüber haben wir daher die Decken runter genommen. Bei einem ganz extremen Ekzemer mussten wir improvisieren und haben die Decke mit kaltem Wasser klatschnass gemacht. 
Noch keine herbstliche Aufbruchsstimmung haben offensichtlich unsere kleinen „Saisonarbeiter“ - die Schwalben. Momentan ist die Aufzucht ihrer Jungen schon weitestgehend abgeschlossen, doch trotzdem flattern und zwitschern sie den ganzen Tag an der Reitanlage herum und sorgen für einen regen Flugverkehr auf unserer Stallgasse. 
Ansonsten haben uns die vielen Ferienkinder in den letzten Wochen ganz ordentlich auf Trab gehalten. Da waren unsere abendlichen „Feierabend-Ritte“ mit den Frauen vom Stall eine dringend benötigte Entspannung. Leider machen wir uns momentan Sorgen um unsere Umwelt. Eigentlich haben wir es noch richtig schön bei uns, doch leider ist das kein Selbstläufer. In unserem Rücken kämpft der Burgwald gerade mit der Dürre und Wasserlieferungen nach Frankfurt. Vor uns wird gerade eine Umgehungsstraße gebaut und auf den Höhen ringsherum sind die größten Windkraftanlagen Deutschlands in Planung. Letzteres lässt gerade die Gemüter hochschlagen. Da es in Deutschland bislang keine Windparks mit solch großen Anlagen gibt, sind die Auswirkungen für Mensch und Tier noch nicht absehbar. Die Erfahrungsberichte von Betroffenen in der Nähe von ähnlichen Anlagen beunruhigen sichtlich und daher befürchten viele negative gesundheitliche und existenzielle Folgen. 
Leider hat unsere Gemeideverwaltung die Anwohner scheinbar nicht zureichend über den geplanten Bau des „Windparks Niederasphe“ informiert. Irgendwann wurde einigen Mitbürgern klar, was dort vor sich geht und dann ist die Bombe geplatzt. Es bleibt zu hoffen, dass der daraus entstandene Vertrauensverlust sich bei den nächsten Wahlen auswirkt. Zum Glück hat sich schnell eine sehr engagierte Bürgerinitiative (BI Niederasphe) gebildet, welche informiert und den Lebensraum von Mensch und Tieren schützen möchte. In der kommenden Woche wird es nun die erste offizielle Infoveranstaltung der Gemeinde geben und da kann man nur hoffen, dass man dort fachlich kompetent über die positiven und negativen Seiten des „Windparks Niederasphe“ informiert wird. 
Momentan verfügt unsere Gemeinde bereits über zwei große Solarfelder, die sogar schon einen Überschuss produzieren. Ein Ausbau dieser Felder wäre relativ einfach zu realisieren und wesentlich umweltschonender. Leider gibt es aber momentan nur Fördergelder für Windkraftanlagen und da der Faktor „Geld“ bei diesem Projekt eine bestimmende Rolle spielt, wird aus der „sanften“ Lösung des Problems wahrscheinlich nichts.
Wenn man also bei uns einen Ritt, in unserer wunderschönen und tierreichen Landschaft machen möchte, sollte man den Plan möglichst bald in die Tat umsetzen. Ansonsten können wir alle nur bitten, sich intensiv mit dem Thema „Windkraftanlagen“ und den erneuerbare Energien insgesamt auseinander zu setzen, auch wenn man nicht selbst davon betroffen ist!!! 
Ein paar Zeilen über die Sommer-Reitfreizeiten und ein ganzer Haufen Bilder folgen in Kürze!


26. Juni 2019

Die „Ruhe vor dem Sturm“ haben wir am Mittwochabend noch einmal ausgenutzt und sind mit 13 Pferden zum Abendessen auf den Christenberg geritten. Kurz vor den Sommerferien, haben wir uns, gemeinsam mit ein paar Stammgästen, einen schönen Abend gemacht. Tagsüber war es so heiß gewesen, dass wir den Ritt zunächst absagen wollten. Schließlich wehte dann abends eine leichte Brise und somit stand einem entspannten Ausritt nichts mehr im Wege. 

Insgesamt verlief alles super, nur beim Rückritt gab es einen kleinen Wermutstropfen. Auf den letzten Metern vor unserem Stall, mussten wir uns mit einem drängelnden und pöbelnden Autofahrer auseinandersetzen. Auf der kleinen Nebenstraße, unterhalb von unserem Stall, musste er höchstens 100 Meter hinter uns herfahren und das war für ihn offensichtlich zu lang. Schützend habe ich mich mit meinem Pferd hinter meine Reitgruppe gesetzt. Mehrmals ist der Autofahrer so dicht aufgefahren, dass mein Pferd quasi auf seiner Motorhaube saß. Dazu musste ich mir übelste Beleidigungen und Drohungen anhören. Leider hatte die ganze Reitgruppe alle Hände damit zu tun, heil aus der Situation heraus zu kommen und daher hat sich keiner das Kennzeichen gemerkt. Nach dem wunderschönen Ausritt, waren alle vollkommen überrumpelt und geschockt. Mit so einer Aktion hatte keiner gerechnet und daher mussten wir uns erst einmal mit der Situation auseinandersetzen. Zum Glück haben wir sehr gut ausgebildete und erfahrene Pferde und Reiter/innen, sonst hätte es hier noch verletzte Zwei- und Vierbeiner geben können. Leider hat es bei uns in der Vergangenheit schon öfters schwierige Situationen mit Autofahrern/innen gegeben und daher agieren wir im Straßenverkehr immer sehr vorsichtig und entsprechend der Straßenverkehrsordnung. Da ein Restrisiko aber immer bleibt, reiten wir mit unseren Kinderreitgruppen überhaupt nicht auf oder über öffentliche Straßen und auch bei unseren sonstigen Ritten meiden wir sie weitestgehend. 
Insgesamt sind wir in unserem Dorf ziemlich genervt von den Autofahrern/innen, die, um dem Tempolimit auf unserer Bundesstraße zu entgehen, auf den Neben- oder Ortsstraßen durch das Dorf rasen und somit rücksichtslos Zwei- und Vierbeiner in Gefahr bringen. Leider ist die Straße, an der unübersichtlichen Einfahrt zu unserer Reitanlage, ebenfalls so eine Abkürzung und daher kommt es bei dem regen Publikumsverkehr auf unserem Reiterhof fast täglich zu gefährlichen Situationen. Natürlich haben wir uns um ein Tempolimit und/oder Warnschilder bemüht, doch unsere Gemeinde interessiert das Problem überhaupt nicht. Leider müssen erst schwere Unfälle passieren, damit sich etwas tut. Was das rüpelhafte Verhalten gegenüber Reitern/innen im Straßenverkehr angeht, kann man den Pferdeleuten nur raten, sich zur Wehr zu setzen und gegebenfalls eine Anzeige zu machen. Wenn das Ganze unangenehme Konsequenzen hat, klappt es vielleicht irgendwann mit dem respektvollen und verantwortungsbewussten Miteinander. Schaun mer mal!


20. Juni 2019

Himmelfahrt, Pfingsten, Fronleichnam und zwischendurch noch unser Wanderreit-Cup - da kommt keine Langeweile auf!!! Nebenbei laufen außerdem schon die Vorbereitungen für die Sommer-Reitfreizeiten und dann steht uns noch die schweißtreibende Heuernte bevor. Wir wollen allerdings nicht jammern, auf unserem Hof ist ordentlich was los und so soll es auch sein. Außerdem lieben wir die Arbeit mit den Pferden und schätzen die vielen tollen Ritte und Gespräche mit unseren Reitgästen sehr. 

Eine ganz besonders nette und familiäre Atmosphäre herrschte einmal wieder bei unseren Wanderreit-Cup am vergangenen Wochenende. Das Ganze hat auf jeden Fall Lust auf eine Fortsetzung im kommenden Jahr gemacht. Schaun mer mal! Ein paar Bilder von der Veranstaltung und ein paar Zeilen dazu findet ihr auf unserer Facebook-Seite! 

01. Juni 2019

Regelrecht tropische Witterungsverhältnisse hatten wir in den vergangenen Tagen. Die Natur explodiert förmlich. Immerhin brauchen wir uns somit nicht mehr mit der Futterknappheit herum zu schlagen, denn das Gras wächst gewaltig. Einige Bauern haben in diesem Jahr schon dreimal Grass-Silage gemacht und auch bei uns steht die Heuernte in den Startlöchern.  

Ansonsten geht es bei uns schon seit Wochen gewaltig rund und daher ist es auf unseren diversen Internetseiten ziemlich ruhig geworden. Unsere Reitangebote und unsere Pension halten uns ordentlich auf Trab. Zwischendurch müssen wir noch die ganz normalen Arbeiten auf unserem Hof erledigen und nebenbei ist auch noch die Weidesaison gestartet. Hier mussten wir zunächst noch unsere vielen Weiden auf Vordermann bringen, damit die lieben Pferdchen keine Ausflüge machen und dann heißt es täglich die Zäune weiter zu stecken und nach dem Wasser zu schauen. 

Leider lief auch bei unseren Pferden in den letzten Wochen nicht alles rund. Ein Teil der Schulpferde hatten mit Nasenausfluss und Husten zu kämpfen. Daher mussten sie einige Tage in der Quarantäne verbringen. Dann war noch der alte Schulpferdewallach „Svipur“, der plötzlich an starkem Durchfall und kolikartigen Symptomen erkrankt ist. Tagelang hing er in den Seilen und es waren Infusionen sowie einige Medikamente nötig, um ihn wieder auf die Beine zu bringen. Beide Erkrankungen haben dazu geführt, dass wir uns einmal wieder mit der lästigen „Streichel- und Leckerli-Problematik“ auseinandersetzen mussten. Beides gilt es aufgrund der erzieherischen und gesundheitlichen Folgen für die Pferde weitestgehend abzustellen. Wenn man Verbote ausspricht und die Leute zurückpfeift, ist man leider ist schnell der „Buhmann der Nation“ und die diversen Verbotsschilder auf der Reitanlage und auf den Weiden sorgen auch nicht gerade für nette Atmosphäre. Wir werden auf jeden Fall den sinnvollen und artgerechten Umgang mit den Pferden verstärkt in den Lehrplan unserer Reitschule aufnehmen und können nur anderen Vereinen und Betrieben nahelegen, sich deutlich mehr mit diesem Thema auseinander zu setzen und im Reitunterricht an zu sprechen.

Bei Gelegenheit werden wir noch ein paar Zeilen zu diesem Thema veröffentlichen. Schaun mer mal! 

29. April 2019

Zunächst einmal die Info, dass es der kleinen Fuchsdame „Frekja“ wieder deutlich besser geht. Inzwischen haben wir noch weiteres Welpenfutter organisiert und das lässt sie sich so richtig schmecken. Fix und fertig waren wir nach dem äußerst arbeitsintensiven und ereignisreichen Osterwochenende. Es gab aber keinen Grund zu jammern, denn bei dem super Wetter haben die vielen Stunden im Sattel und alle anderen Aktivitäten auf dem Hof riesig Spaß gemacht. Wir jedes Jahr hatten wir diverse Oster-Ausritte und dann gab es natürlich auch noch unser traditionelles Osterfeuer. Ergänzt wurde das Ganze durch den einen und anderen Kaffeeklatsch, womit die Geselligkeit auch nicht zu kurz kam. Nebenbei haben uns der Ab- und Anreisetag bei unseren Oster-Reitfreizeiten und der Beginn der Weidesaison zusätzlich ordentlich auf Trab gehalten. Ziemlich ungemütlich war es noch eine Woche vor den Osterferien gewesen. Nach herrlich frühlingshaftem Wetter, hatten wir an diesem Wochenende noch einmal richtig ekeliges Winterwetter. Eigentlich wollten wir unsere warmen Reitklamotten und die warmen Winterdecken von den Pferden schon wegräumen, doch an diesem Wochenende waren die Winterklamotten noch einmal im Dauereinsatz. Zum Glück wurde das Wetter dann pünktlich zum Start unserer Oster-Reitfreizeiten wieder schlagartig besser, was bei allen Beteiligten zum kollektiven Aufatmen führte. Für die Pferde sind die krassen Temperaturunterschiede leider sehr hart. Vor allem die älteren Pferde haben vor 14 Tagen noch frierend an Stall gestanden und jetzt schwitzen sie bereits im Stehen. Einige haben außerdem schon wieder mit ihrer Heuallergie oder dem Sommerekzem zu kämpfen. Daher mussten wir bei einigen die warmen Winterdecken direkt durch die Ekzemerdecken austauschen. Außerdem gab es bereits die ersten tränenden Augen bei den Pferden und daher mußten bereits diverse Fliegenmasken verteilen werden. Ansonsten ging es bei uns in den vergangen Wochen schon gewaltig rund. In diesem Jahr haben wir uns einige Bauprojekte vorgenommen und um uns dafür etwas Zeit frei zu schaufeln, haben wir gleich mehrere Veranstaltungen parallel angeboten. In der Regel liefen Reitkurse, Lehrgänge, Ausritte, Tagesritte und unsere beliebten Reitwochenenden zeitgleich und daher waren meistens alle Schulpferde und alle Führerinnen parallel im Einsatz. Alles hat super geklappt und daher sind wir ganz stolz auf unser zwei- und vierbeiniges Team. Baulich wollen wir uns in diesem Jahr vor allem an unserer Reitanlage austoben. Der Winter 2018/2019 war wieder einmal sehr kostspielig und arbeitsintensiv und daher müssen wir zur Optimierung unserer Arbeitsabläufe und zum Wohl unserer Pferde einige Veränderungen vornehmen. Aus unserem alten Schulpferdestall soll ein Aktivstall werden. Schon jetzt verfügt er über einen beachtlichen befestigten Auslauf, den wir noch einmal verdoppelt wollen und zu dem noch durch eine überdachte Liegefläche und einen überdachten Futterplatz erweitert werden soll. Außerdem sollen alle Paddocks einen neuen Belag bekommen. Hierfür konnten wir größere Mengen von Kunstrasen von einer Hundeschule kostenlos ergattern. Kurzfristig steht jetzt erst aber der Bau einer Seniorenresidenz für unsere Ü 40 Pferde im Vordergrund. Sie sollen auf der anderen Seite des Dorfes, an unserem Wohnhaus, eine neue altersgerechte Heimat bekommen und für unseren alten Zuchthengst Hattur ist eine ähnliche Bleibe ebenfalls in Planung. Irgendwann wäre der Bau von einem größeren Maschinenschuppen ebenfalls dringend notwendig. Ob wir das allerdings alles schaffen, ist äußerst fraglich. Schaun mer mal!

 

27 . April 2019

Klatschnass, halb erfroren und fast verhungert haben wir gestern bei einem Ausritt eine kleine Fuchsdame aufgegabelt. Im strömenden Regen lag sie auf einem Feldweg und wir dachten erst, dass sie schon tot ist. Eilig haben wir den kleinen Fuchs in einen Schal gewickelt und von Christina mit dem Auto abholen lassen. Seit dem kümmern sich Geli und Anna um die kleine Maus. Zunächst sah alles gut aus. Die Wärme und etwas Welpenmilch haben Wunder bewirkt. Das kleine Mädchen war munter und fidel. Heute hat sie leider Durchfall bekommen und wirkt etwas angeschlagen. Morgen werden wir sie dem Tierarzt vorstellen und natürlich hoffen wir, dass sie es schafft. 
Ansonsten ist es deutlich kühler geworden und es hat endlich etwas geregnet. Eigentlich bräuchten wir noch viel mehr Regen, doch man muss schon dankbar für die paar Tropfen sein. Bei unseren Ritten am Samstag und Sonntag war es auf jeden Fall ganz schön ungemütlich. Zum Glück sind unsere Reitgäste hart im Nehmen und daher hatten wir trotzdem eine super Stimmung.



07. April 2019

Reiter/innen räumen auf – Frühlings-Aktion „Saubere Umwelt“


Wusstet ihr schon, dass es bei uns einen „Jägermeisterweg“ gibt? Es handelt sich dabei um den geteerten Feldweg  - „Promilleweg“ – zwischen Untersimtshausen und Niederasphe. Nachdem dort irgendjemand über einen längeren Zeitraum zahlreiche kleine Jägermeister-Schnapsfläschchen an den Wegrand geschmissen hat, haben die Spaziergänger/innen damit begonnen, die kleinen Flaschen auf die Büsche am Straßenrand aufzuspießen. Somit entstand mit der Zeit eine regelrechte Allee mit „Jägermeister-Büschen“. Irgendwann hat die Person dann auf Wodka-Fläschchen aus Plastik umgestellt und dann hörte die unerfreuliche Umweltverschmutzung plötzlich auf. Ob die Person in Rente gegangen ist und daher sein Feierabendschnäpschen nicht mehr auf der Stecke trinkt oder ob sie dem Alkohol abgeschworen hat, ist unklar. Inzwischen sind unsere geteerten Feldwege mit grauen Apfelwein-Cola-Dosen gepflastert. Das Ganze scheint dieses Mal allerdings auf das Konto von deutlich jüngeren Umweltverschmutzern zu gehen. 
Das Ganze ist schon ein bisschen amüsant, aber zugleich einfach nur traurig. Bei unseren vielen Ausritten sehen wir so einiges und inzwischen sind wir nicht mehr bereit weg zu sehen. Unsere wunderschöne Landschaft ist kein „Selbstläufer“ und daher gilt es, sie nicht nur für uns, sondern auch für die Tierwelt, zu erhalten. Aus diesem Grund haben wir eine Gruppe namens „Reiter/innen räumen auf“ gegründet, die sich für den Tier- und Naturschutz einsetzt.  Als erste Aktion haben wir vor zwei Wochen einen längeren Ausritt gemacht und gezielt die geteerten Feldwege zwischen den Dörfern abgeritten und dabei den Müll eingesammelt. Da die Dörfer selbst werden oft im Rahmen von Säuberungsaktionen von den Einwohnern sauber gehalten werden und der Müll auf den Wander- und Fahrradwege wird (größtenteils) von den Benutzern/innen eingesammelt. Die Feldwege werden allerdings nicht gereinigt und daher gibt es dort Handlungsbedarf. Ein bisschen traurig ist, dass diese Wege nur sehr selten von „Fremden“ genutzt werden, womit die Umweltverschmutzer/innen ganz eindeutig aus unseren Reihen kommen. Zugegeben: Man kommt sich etwas blöd vor, wenn man den Müll von anderen Leuten wegräumt und natürlich ist man auch sehr wütend und enttäuscht von seinen Mitmenschen. Wegschauen und ignorieren geht allerdings gar nicht, da muss man einfach etwas machen. Hochmotiviert haben wir uns und dann bei unserer ersten Säuberungsaktion zunächst auf den „Promilleweg“ zwischen Asphe und Amönau konzentriert und wollten eigentlich die gesamte Strecke von ca. 3 Kilometern ablaufen und säubern. Schließlich hat das Gante dann wesentlich länger gedauert als gedacht und daher mussten wir bereits nach einem Kilometer die Aktion abbrechen und uns wieder auf den Heimweg machen. Beim anschließenden Kaffeeklatsch waren wir insgesamt etwas enttäuscht, dass wir nicht mehr geschafft haben. Außerdem waren wir entsetzt, was da alles rechts und links am Straßenrand gelegen hat. Offensichtlich schmeißen einige dort täglich immer den gleichen Müll aus dem Fenster. Dazu gehören: Feuchttücher, Zigarettenschachteln, To-Go Becher, McDonalds-Müll, Dosen, Plastiktüten, Bier- und Sektflaschen. 
Selbstkritisch haben wir uns auch darüber Gedanken gemacht, welche Mengen von Plastikmüll unser Reiterhof produziert und was man da machen kann. Da wären zunächst die großen Mengen an Folie von den Silo- und Einstreuballen, um die wir leider nur schwer herum kommen. Dazu kommen die großen Mengen an Plastikbehältern von den vielen flüssigen und pelletierten Nahrungsergänzungsmitteln. Hier stellt sich die Frage - warum gibt es nur wenig Nachfüllbeutel zu kaufen und weshalb werden die flüssigen Futterzusätze kaum noch in Glasflaschen angeboten? 
Wir haben uns vorgenommen weiterhin bei der Müllvermeidung und Müllentsorgung aktiv zu bleiben und möchten unsere vielen Reiterfreunde/innen dazu aufrufen, ebenfalls aktiv zu werden. Damit man sich über Aktionen austauschen kann, haben wir die Gruppe „Reiter räumen auf“  bei Facebook gegründet und würden uns freuen, wenn ihr alle mitmachen würdet.  Schließlich verbindet uns alle die Liebe zur Natur und deshalb müssen wir etwas unternehmen. 
Ob es etwas bewirkt??? Schaun mer mal!!!


10. März 2019

Ziemlich windig war das vergangene Wochenende. Zum Glück ist bei uns alles sturmsicher gebaut und daher gab es keine Schäden. Ringsherum hat der Sturm allerdings ganz ordentlich gewütet. Nachdem bei uns bereits zwei „Reithallen-Zelte“ von Stürmen zerlegt wurden, machen wir in Bezug auf Sturm-Sicherheit keine halben Sachen mehr. Es handelte sich dabei um zwei Festzelte, eins 20 x 20 Meter und das andere 20 x 40 Meter, die wir mit Trapezblechen an den Seiten und Holz-Banden im Inneren verstärkt hatten und als Longier- bzw. Reithalle nutzten. Sie standen oberhalb von unserem alten Schulpferdestall, wo früher ein großer Reitplatz war. Zum Glück hat uns damals eine Firma die vollkommen zerlegten Hallen noch abgekauft und das Holz sowie die Trapezbleche konnten wir noch für den Bau von Weidehütten gebrauchen. So war der Verlust nicht ganz so groß. Damit der Betrieb ganzjährig läuft wurde später in langjähriger, äußerst arbeitsintensiver Eigenleistung eine massive Reithalle gebaut, die wir nun nicht mehr mitnutzen und somit auch nicht die Lösung des Problems war. Heute läuft der Betrieb auch ohne Reithalle ganzjährig auf Hochtouren. Ein bisschen Liebäugeln wir noch mit einer Longierhalle, eine weitere große Reithalle ist momentan nicht mehr in Planung.  

Obwohl wir damals noch mit einem blauen Auge davon gekommen sind, sitzt das „Sturm-Trauma“ bei unserer Familie noch immer tief. Neben unseren Erlebnissen an der Reitanlage, gab es auch bei unseren vielen Ausritten und Wanderritten schon diverse stürmische Ritte. Schon oft haben wir uns mit unseren Reitgruppen durch Unwetter gekämpft. Dank unserer super ausgebildeten Pferde und unserer vorrausschauenden und umsichtigen Rittführung, gab es zum Glück nie Unfälle. Allerdings gab es auch bei uns schon viele kritische Situationen,  denn auch in „good old Germany“ ist die Natur eine Wundertüte und da gilt es mit der nötigen Vorsicht und einer ordentlichen Portion Respekt zu handeln. Erst gestern hatten wir eine kritische Situation. Bei einem Ausritt sind wir in ein Unwetter mit Sturm, Hagel und Gewitter geraten. Sofort haben wir die Gruppe absitzen lassen und sind zu Fuß nach Hause gelaufen. In solchen Situationen sind wir immer eher zu vorsichtig und daher haben wir auch heute alle Ritte abgesagt. 

Ansonsten haben wir bereits begonnen unsere Weiden auf Vordermann zu bringen. Ende März planen wir die ersten Pferde raus zu stellen und da gilt es,  die Zäune und Weidehütten durch zu checken und gegebenenfalls zu reparieren. Wie immer werden die Ekzemer den Anfang machen, damit sie wenigstens ein bisschen Weidegang genießen können. 

Ein bisschen Durcheinander haben wir momentan mit unseren Terminen. Bei unseren Wochenend-Angeboten und Tagesritte mussten wir noch Termine ergänzen und auch unseren Burgwald-Trekking – Wanderreit-Cup mussten wir um rund einen Monaten verschieben. An diesen Wochenenden  war ein Großteil von unseren Helfern/innen anderweitig unterwegs und daher wäre die Durchführung der Veranstaltung nicht möglich gewesen. Sollte sich jemand für diese Angebote interessieren, dann schaut noch einmal auf unserer Homepage nach.  

 

24. Februar 2018

An diesem Wochenende haben alle Zwei- und Vierbeiner den Sonnenschein und die milden Temperaturen genossen. Bei dem traumhaften Wetter haben wir die Pferde den ganzen Tag auf die Ausläufe gestellt und natürlich waren wir ausgiebig mit unseren Reitgruppen im Gelände unterwegs. Allmählich trudeln in unserem Gästehaus auch schon wieder die ersten Reitgäste ein. Bislang war unser Gästehaus feste in der Hand von belgischen und niederländischen Skifahrern/innen. 

Angespornt durch die frühlingshaften Temperaturen erwacht unser Betrieb allmählich aus dem Winterschlaf. Damit die Saison problemlos starten kann, gilt es, diverse Vorbereitungen zu treffen. Die Mädels vom Stall haben sich bereits einige Zäune für Reparaturarbeiten vorgenommen und zwischendurch wurde das gesamte Pferde-Equipment gereinigt und durchgecheckt. 
Am Samstag haben wir eine ältere Stute abgeholt, die wir zur Verstärkung unseres vierbeinigen Teams gekauft haben. Sie wird noch ein paar Jahre in unserem Betrieb laufen und bekommt dann mit unseren anderen Oldies ihr Gnadenbrot bei uns. Für die ehemaligen Besitzer/innen war es ein sehr schwerer und tränenreicher Abschied von ihrem geliebten Pferd. Viele Jahre haben Sie sie liebevoll umsorgt und hingen sehr an ihr. Umso mehr ehrt es uns, dass Sie Ihre Stute uns anvertraut haben. Da ihr Weg zu uns nicht allzu weit ist, steht einem Besuch natürlich nichts im Wege und wir freuen uns auf ein Wiedersehen. Leider haben viele Leute die Auffassung, dass es einem Pferd in einem Schulbetrieb weniger gut geht, als bei einer Privatperson. Wir – für unseren Teil – sind immer sehr bemüht um alle unsere Pferde. Für uns sind sie kein Firmeninventar sondern ein Teammitglied und Partner – und so werden sie natürlich auch behandelt. 


Momentan wird die Stute nur von Anna und mir geritten. Sie soll sich erst einmal bei uns einleben und dann schauen wir weiter. In Regel ist so ein Umzug gerade für ältere Pferde kein Zuckerschlecken und daher gilt es mit der nötigen Ruhe und einer ordentlichen Portion Feingefühl neue Pferde an das Leben auf unserem Hof zu gewöhnen. 
Ansonsten kämpfen wir uns noch immer durch einen äußerst kostspieligen Winter. Obwohl das sonnige und trockene Wetter richtig gut tut, machen wir uns jetzt schon wieder Sorgen, dass es zu trocken ist und es somit mit der Futterknappheit so weiter könnte. Schaun mer mal!



10. Februar 2019

Heute hatten wir zum ersten Mal seit Monaten einen richtigen Regentag. Aufgepeppt mit ordentlichem Wind war es ziemlich ungemütlich. Die Natur wird an solchen Tagen wahrscheinlich drei Kreuze machen, denn der ruhige gleichmäßige Regen kann endlich vom Boden aufgenommen werden. Wenn es in der Vergangenheit bei uns überhaupt geregnet hat, dann war es immer ein kurzer Starkregen und der ist im Wesentlichen oberflächlich abgelaufen. Es bleibt zu hoffen, dass es noch reichliche Niederschläge gibt, damit sich die Wasserreservoire wieder erholen können und sich die gesamte „Wasser-Situation“, inklusive der Folgeerscheinungen bei einem Mangel von Regen, wieder entspannt.  

Unserem gebeutelten Burgwald, dessen Wasser an die Stadt Frankfurt verkauft wurde, wünschen wir auf jeden Fall noch umfangreiche Niederschläge. Mit großer Sorge haben wir schon im vergangenen sehr trockenen Jahr beobachtet, wie sehr die unter Naturschutz stehenden Sumpfgebiete im Zentrum des Waldes unter der Trockenheit gelitten haben. Welche Auswirkungen die miesen Geschäfte mit dem Wasser auf das empfindliche Ökosystem des Burgwaldes haben, kann man momentan noch nicht vorhersehen. Das überhaupt so ein außergewöhnlich natürlicher Wald angetastet und wie eine Weihnachtsganz ausgenommen wird, ist ein absoluter Skandal und das Ganze auch noch über die Köpfe der Anwohner hinweg. Was für eine Sauerei!!! Es bleibt zu hoffen, dass die Leute in Frankfurt überhaupt wissen, woher ihr Wasser kommt und was das Ganze für unsere Region bedeutet. Es bleibt außerdem zu hoffen, dass sie das Ganze überhaupt interessiert.  

Vor dem heutigen nasskalten und düsteren Tag, hatten wir leider nur wenig richtig schönes Winterwetter. Es lag bislang nur ein Hauch von Schnee und es gab nur wenige Tage mit strahlend blauen Himmel und frostigen Temperaturen. Insgesamt kommen wir aber mit dem Wetter in diesem Winter ganz gut zurecht. Obwohl wir keine Reithalle haben, laufen ausnahmslos jeden Tag unsere Reitkurse und alle Pferde sind wohlauf und sehen trotz der Futterknappheit sehr gut aus. Das Futterproblem haben wir inzwischen ganz gut im Griff. Von einigen treuen Händlern bekommen wir immer wieder Heu- und Heulage-Lieferungen zu akzeptablen Preisen. Sollte es im Frühjahr dann doch noch knapp werden, stellen wir den Großteil unseres Bestands auf Wiesencobs und Stroh um. Schon jetzt füttern wir ca. die Hälfte von unseren Pferden mit einem Gemisch aus Wiesencobs und Melasseschnitzeln. Das Ganze wird mit Mineralfutter, Möhren und Roter Bete ergänzt. Die extrem schwerfuttrigen Pferde bekommen zudem noch Maiscobs und unsere „Arbeiter“ noch Kraftfutter. Damit die Pferde tagsüber immer etwas zum Knabbern haben, füttern wir in Heunetzten zusätzlich etwas Heu oder Stroh hinzu. Die Wiesencobs kaufen wir extrem günstig in großen Mengen auf Paletten. Sie sind qualitativ sehr hochwertig und daher eine echte Alternative zum Heu. Probleme macht uns nur unsere Herdenhaltung. Jedes Pferd muss individuell gefüttert werden und das ist in unseren Ställen nur zum Teil möglich. 

Daher ist die Fütterung momentan schon extrem zeitaufwendig und wenn wir alle Pferde mit Wiesencobs füttern müssen, dann wird es besonders heftig. Es bleibt also zu hoffen, dass in diesem Jahr die Weidesaison möglichst früh beginnt und wir somit nicht mehr so viel Heu brauchen. In den vergangen Tagen lag bereits ein Hauch von Frühling in der Luft und dass die Kraniche bereits in großen Schwärmen über unser Dorf gezogen sind, stimmt uns optimistisch. Schaun mer mal. 

28. Januar 2019

 

Nach den Weihnachtsferien ist bei uns wieder der Alltag eingekehrt. Alle Reitkurse laufen und an den Wochenenden tummeln sich vor allem unsere erwachsenen Reitgäste im Rahmen von Ausritten und Reiterferien auf unserem Hof. Wie immer ist es aber insgesamt etwas ruhiger und wir nutzen die gewonne Zeit für Reparatur- und Renovierungsarbeiten. Die gesamte Anlage und auch unser Gästehaus haben bekanntlich schon einige Jahre auf dem Buckel und da gibt es immer viel zu tun. Der Jahreswechsel war bei uns ziemlich durchwachsen. Den kalt gestellten Sekt haben wir bis heute noch nicht getrunken. Nachdem wir in der Slivesternacht Probleme mit unserem alten Gauti hatten und wir den kleinen Mann direkt am Neujahrsmorgen einschläfern lassen mussten, war uns nicht danach. Während der Rest von unseren Pferden das Feuerwerk ziemlich unproblematisch überstanden haben, war er schon den ganzen Abend sehr unruhig gewesen und als dann um 24 Uhr das Feuerwerk so richtig los ging, ist er in Panik geraten und gegen die Wände seiner Box gerannt. Wir haben ihn natürlich sofort aufgehalftert und festgehalten. Teilweise brauchten wir zwei Leute, um ihn zu bändigen. Zur Beruhigung haben wir ihm und allen Pferden einen Mitternachtssnack gegeben. Leider war er so panisch, dass er davon auch noch eine Schlundverstopfung bekommen hat. Um ca. 2 Uhr war diese dann wieder überwunden und er stand wieder vollkommen ruhig, aber auch sichtlich erschöpft, in seiner Box. Nachdem wir noch einmal die anderen Pferde kontrolliert hatten, sind wir erst einmal nach Hause gefahren. Um 7 Uhr morgens lag er dann ausgestreckt in seiner Box. Gemeinsam mit dem eilig geholten Tierarzt haben wir noch einmal kurz versucht ihn auf die Beine zu stellen, doch es zeigte sich schnell, dass wir ihn nur noch erlösen konnten. Der kleine Gauti ist immerhin 39 Jahre alt geworden und davon hat er 32 Jahre auf unserem Hof gelebt. Er war ein in Island geborener kleiner Fuchs, der es faustdick hinter den Ohren hatte. Gauti heißt auf Deutsch „der Clown“ und bei der Namensgebung haben sich die Isländer wahrscheinlich etwas gedacht. Körperlich war er bis zum Schluss immer topfit gewesen. Allerdings war er in den letzten Jahren leider fast erblindet. Daher hat er schon seit vielen Jahren sein Gnadenbrot bekommen. Durch seine Erblindung, war er bereits in den vergangenen Jahren an Silvester ziemlich ängstlich gewesen und offensichtlich war der ganze Stress in diesem Jahr etwas zu viel für ihn. Insgesamt ist bei uns in Simtshausen das Feuerwerk in diesem Winter deutlicher kleiner über die Bühne gegangen. Vor allen in der Nähe von unseren drei Ställen war zum Glück totale Ruhe. Es gab nur leider immer wieder extrem laute „Kanonenschläge“ und die haben den Pferden richtig Angst gemacht. Wahrscheinlich haben die Pappnasen die Knaller in den Kanal oder unter die Brücken geschmissen und daher waren sie so extrem laut.Es bleibt zu hoffen, dass die Tendenz, weitestgehend auf das Feuerwerk zu verzichten oder es stark zu reduzieren, sich in den nächsten Jahren fortsetzt. Schließlich sollte inzwischen jedem klar sein, dass wir in Bezug auf unsere Umwelt schon lange angezählt sind und da heißt es auf jede unnötige Umweltverschmutzung zu verzichten und das Geld sinnvoller einzusetzen. Ob das alle inzwischen kapiert haben? Schaun mer mal!Auf dem Foto ist Gauti der Fuchs im Vordergrund.


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